Walk in Darkness – Gods Don’t Take Calls

Bewertung
Album (40%): 8/10
Cover-Art (20%): 8/10
Songwriting (40%): 9/10
ø: 8,4/10

Walk in Darkness aus Italien sind wohl eine der geheimnisumwobensten Bands der Rock- und Metal-Welt. Das einzige Bandmitglied, dessen Identität bekannt ist, ist Sängerin Nicoletta Rosellini (ex-Kalidia, The Erinyes, Alterium). Die Gesichter ihrer musikalischen Mitstreiter bleiben im Dunkeln, die Musiker verstecken sich hinter Pseudonymen. Das ist bisher kaum einer anderen Band gelungen. Gegründet wurden Walk in Darkness 2015 von Gitarrist und Songwriter Shaman. Die ersten beiden Alben (In The Shadows Of ThingsWelcome To The New World) erschienen im Jahresabstand 2017 und 2018, jeweils am 17. Februar (!). Bis zu „On The Road To Babylon“ dauerte es etwas mehr als zwei Jahre. Nach weiteren drei Jahren folgte das etwas schwächere „Leaves Rolling in Time„. Auch bis zum aktuellen „Gods Don’t Take Calls“ hat es fast drei Jahre gedauert. Natürlich war ich gespannt auf dieses Album.

Epische Streicher leiten „Nico Rising“ ein. Begleitet von Gitarren-Riffs erschallt die klare und kräftige Stimme von Nicoletta Rosellini, teilweise mit ihrem dunklen Timbre. Gut gemachter Dark Rock, mit einem schönen Gitarren-Solo. „Across The Oceans“ ist dann noch etwas ruhiger. Dazu gibt es einen sehr eingängigen Refrain. Bei „No Banners No Glory“ hören wir gleich zu Beginn einige tiefe Growls. Diese stehen in Kontrast zum bezaubernden Gesang von Clara Sorace, einer talentierten cineastischen Sängerin. Auch bei „Chasing The Horizon“ ist ein Gast am Mikrophon zu hören. Emiliano Pasquinelli sorgt für regelrecht bösartig klingenden Growls, welche im direkten Gegensatz zum Gesang von Nicoletta Rosellini sowie den schönen Melodien stehen. Erneut überzeugt Shaman mit einem starken Gitarren-Solo. „Freedom“ ist eine große Hymne. Cleaner männlicher Gesang im Duett mit Nicoletta. Mangels anderer Angaben vermute ich Shaman als Gesangpartner.  Der Titel lässt es vermuten, „Mother“ ist eine besinnliche Ballade. Erneut ist das Wechselspiel aus männlichem und weiblichen Klargesang zu hören. Die Sängerin zeigt sich von ihrer sanften Seite. Auch „Towards Chang’an“ ist ein sehr ruhiger Song. Zeitweise sind akustische Gitarren zu hören. Mit „You Who Dream“ zieht das Tempo zum Schluss wieder etwas an, mit dem bekannten Wechselspiel „Die Schöne und das Biest“. Zum Schluss? Im Prinzip ja, denn der Bonus-Track ist eine Neueinspielung des pop-lastigen „Last Siren“ vom 2017er Debüt-Album „In The Shadows Of Things“. Und die aktuelle Fassung ist auf jeden Fall rockiger als das Original.

Walk in Darkness bleiben sich auch auf „Gods Don’t Take Calls“ treu. Dunkle, düstere Gitarrenklänge begleiten die herausragende Sängerin. Ganz klar, Nicoletta Rosellini ist auch auf dem nunmehr fünften Album das Aushängeschild der Band. Wir hören eine ausgewogene Mischung aus ruhigem Dark und Symphonic Metal. Wobei man konstatieren kann, dass die symphonische Komponente stärker gewichtet ist als zu Beginn der Kariere. Dank des abwechslungsreichen Songwritings gefällt mir dieses Album auch besser als der Vorgänger.

Walk In Darkness – Chasing The Horizon: https://youtu.be/lLE3R42isJ0?si=bFQ9-yNNgHyrRQJW

Lineup:

Nicoletta Rosellini – Lead Vocals, Lyricist, Co-Songwriter
Shaman – Guitars, Main Composer, Lyricist
Monk Key – Bass
Arcanus – Drums

Label: Selbstrelease

VÖ: 12. Dezember 2025

Spieldauer: 49:51

Titelliste:

  • Nico Rising
  • Across The Oceans
  • No Banners No Glory (feat. Clara Sorace)
  • Chasing The Horizon (feat. Emiliano Pasquinelli)
  • Freedom
  • Mother
  • Towards Chang’an
  • You Who Dream
  • Last Siren (Revisited – Bonus)